Gruppenentscheidung

Der Ort für konsensnahe Entscheidungen

Gruppenentscheidung ist ein Online-Werkzeug, das Euch das Treffen von Entscheidungen in Gruppen erleichtert, indem es Systemisches Konsensieren digital unterstützt.


Systemisches Konsensieren

Systemisches Konsensieren ist eine etablierte Entscheidungsfindungsmethode (nach Visotschnig und Schrotta), mit der Du den größten gemeinsamen Nenner einer Gruppe finden kannst.

Denn Konsens bedeutet “Einwilligung und Zustimmung”. Ein Konsens entsteht, wenn die Lösung keinen Einwand und Widerstand der Gruppenmitglieder hervorruft. Mit Systemischem Konsensieren lassen sich konsensnahe Problemlösungen finden.

  1. Fragestellung: In Deiner Gruppe wird die genaue Fragestellung, die entschieden werden soll, ermittelt. Geeignet sind alle Fragen, die mehr Antworten außer Ja und Nein verdienen. In geübten Gruppen wird die Fragestellung selbst konsensiert.
  2. Rahmenbedingung: Nun werden alle Rahmenbedingungen der Entscheidung kommuniziert. Das sind die Dinge, die die Gruppenmitglieder nicht ändern können: die Brandschutzordnung im Büro, die Auswirkungen auf Sitzordnung hat, oder das Urlaubsbudget der Familie.
  3. Passivlösung: Außerdem vereinbarst Du mit Deiner Gruppe eine Passivlösung, die besagt, dass sich nichts ändert und alles so bleibt, wie es ist. Es ist wichtig, dass auch diese Möglichkeit Bestandteil der Abstimmung ist.
  4. Kreative Phase: Jetzt werden Lösungsvorschläge gesammelt. Dabei kommen alle Wünsche, Bedenken und Argumente auf den Tisch. Alle Lösungsvorschläge stehen unkommentiert und gleichberechtigt nebeneinander und inspirieren zu weiteren Lösungsvorschlägen. Die Passivlösung ist ein Lösungsvorschlag.
  5. Wo sich Widerstand regt: Einige Lösungen gefallen Dir gut, bei anderen Lösungsvorschlägen regt sich Widerstand in Dir. Den anderen Teilnehmern an der systemischen Konsensierung geht es genauso. Deshalb vergeben alle in der Abstimmungsphase ihre individuellen Widerstandspunkte. Null Widerstand steht für die größte Akzeptanz, zehn Widerstandspunkte hingegen dafür, dass Du einen Lösungsvorschlag absolut nicht mitträgst. Dazwischen kann nach Gefühl abgestimmt werden.
  6. Ergebnis: Alle Widerstandspunkte werden addiert und durch die Anzahl der Abstimmenden geteilt. So entsteht eine Ergebnisliste. Der beste Lösungsvorschlag ist der, der in der Gruppe den wenigstens Widerstand, das heißt die größte Akzeptanz, hervorruft. Die Passivlösung ist ein guter Indikator dafür, ob etwas verändert werden soll oder nicht.
  7. Hinfragen: Der wichtigste Teil von SK. Nun sehen alle Mitglieder, wie viel Widerstand der eigene Vorschlag bei den anderen generiert hat und kann hinhören und empathisch nachfragen, wieso: “Was braucht mein Vorschlag, damit er nicht so viel Widerstand bei euch hervorruft?”.
  8. Vorschläge anpassen und wieder Widerstand messen: Aus dem Gespräch über die Widerstände der Vorschläge ergeben sich neue, meist konsensnähere Lösungsvorschläge, welche berücksichtigt werden können.

Jetzt mal ohne Buzzword-Bingo

Natürlich könnten wir Systemisches Konsensieren als die einzig wahre und goldrichtige Entscheidungsmethode anpreisen, am besten als hippe App. Da geht es um Schnelligkeit und Effizienz, Transparenz, motivierte Mitarbeiter*innen in flach-hierarchischen Teams, mathematisch exakte Ergebnisse und lösungsorientierte Innovationen. Ja. Aber wer meint, dies seien die Vorteile von Systemischem Konsensieren, hat weit gefehlt.

Der Kern von Systemischem Konsensieren ist der Perspektivwechsel - von der Zustimmung zum Widerstand. Wo Widerstand ist, sind Konflikte. Diese im Gespräch aufzudröseln und die zugrunde liegenden Bedürfnisse der einzelnen Gruppenmitglieder zu hören und zu verstehen, erzeugt Kreativität und tragfähige Lösungen von Qualität.

Deshalb funktioniert Systemisches Konsensieren am besten in kleinen Gruppen, die mit einer/m unabhängigen und ausgebildeten Moderator*in arbeiten.


Was das Tool kann und was es nicht können will

“A fool with a tool is still a fool” - theoretisch kann man mit unserem Gruppenentscheidungswerkzeug SK-Kampfabstimmungen abhalten oder sich um die dritte Nachkommastelle bei einem kumulierten Ergebnis streiten. Das ist nicht unsere Intention, aber technisch auch nicht verhinderbar.

Gruppenentscheidung hilft Dir beim Systemischen Konsensieren, indem Du hier alle Fragen, Rahmenbedingungen und Lösungsvorschläge erfassen kannst. Zudem kannst Du eine Passivlösung definieren, Teilnehmer*innen einladen und Widerstandspunkte vergeben.

Derweil hat unser Tool nicht den Anspruch Systemisches Konsensieren online durchführbar zu machen. Denn wir glauben nicht, dass dies möglich ist. Digital kann gut mit Zahlen und strukturierten Daten. Die menschliche Kommunikation sowie die Begegnung der Gruppenteilnehmer*innen und die Souveränität erfahrener Moderatoren können indes nicht einfach ohne Qualitätsverluste digitalisiert werden.


Rettet Eure Entscheidungen

Jede Entscheidung hat immer Konsequenzen und diese sind nicht immer vorab abschätzbar. Sie beeinflusst immer die Zukunft und damit etwas Unkontrollierbares.

Folglich bedeutet jede Entscheidung nicht nur, sich auf eine von vielen Optionen festzulegen, sondern auch und vor allem Verantwortung zu übernehmen.

Für Gruppen heißt das:


Wir wünschen viel Freude mit unserem Werkzeug.

Für Anmerkungen, Hinweise und Feedback stehen wir unter info@techgenossen.de zu eurer Verfügung.